Der Weg zur Nachhaltigkeit: die Norm EN 15804 entschlüsseln
Normen und Vorschriften zu verstehen wirkt oft mühsam. Deshalb sehen wir uns hier an, warum die Norm EN 15804 wichtig ist. Außerhalb der Branche ist sie kaum bekannt, im Bauwesen spielt sie für Nachhaltigkeit und Umweltschutz jedoch eine entscheidende Rolle.
EN 15804 ist ein zentrales Werkzeug für alle, die verstehen wollen, wie Bauprodukte hinsichtlich ihrer Umweltwirkung bewertet werden. In diesem Durchgang durch die Norm erfahren Sie, was sie ist, welchem Zweck sie dient, was sie abdeckt und wie sie entstanden und weiterentwickelt worden ist.
EN 15804: Zweck und Definition
EN 15804 ist eine europäische Norm, die eine Methode zur Bewertung der Umweltwirkung von Bauprodukten über deren gesamten Lebenszyklus bereitstellt. Sie soll Herstellern helfen, die Umweltleistung ihrer Produkte nachzuweisen, und Abnehmern, fundierter zu entscheiden.
Wir begleiten Unternehmen bei der Erstellung ihrer EPD nach der Norm EN 15804.
Die Entwicklung der Norm EN 15804
EN 15804 wurde 2012 erstmals vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) veröffentlicht. Anlass war der Bedarf, die Umweltwirkung von Bauprodukten europaweit einheitlich und nach einer gemeinsamen Methode zu messen.
Im Lauf der Jahre wurde die Norm mehrfach revidiert, um technische Fortschritte und neue Erkenntnisse der Umweltbewertung aufzunehmen. Diese Aktualisierungen halten sie für die Bewertung der Umweltwirkung von Bauprodukten aktuell und tragfähig.
Anwendungsbereich der Norm EN 15804
EN 15804 gilt für alle Bauprodukte, die in irgendeiner Phase des Lebenszyklus eines Gebäudes eingesetzt werden, von der Errichtung bis zum Abbruch. Dazu gehören Baustoffe, Bauteile und selbst baubezogene Dienstleistungen wie Einbau und Instandhaltung.
Kurz gesagt: Ist ein Produkt oder eine Dienstleistung am Bau, am Betrieb oder am Abbruch eines Gebäudes beteiligt, fällt es in den Anwendungsbereich der Norm EN 15804.
EN 15804 ist die Referenz für jede erstellte EPD. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel zur Ökobilanz, um das Thema zu durchdringen.
Mitten hinein: die Anforderungen der Norm EN 15804
Das Leben eines Produkts: Lebensphasen und Umweltindikatoren
EN 15804 teilt den Lebenszyklus eines Produkts in mehrere Phasen, von der Gewinnung der Rohstoffe bis zum Lebensende. Jede Phase hat eigene Umweltindikatoren, mit denen die Umweltwirkung des Produkts an dieser Stelle gemessen wird.
Zu diesen Indikatoren gehören unter anderem Treibhausgasemissionen, Energieverbrauch, Wassernutzung, Abfallaufkommen und Wirkungen auf die Biodiversität. Werden sie in jeder Phase bewertet, ergibt sich ein vollständiges Bild der Umweltwirkung des Produkts.
Erforderliche Informationen für die Umweltbewertung
Eine Umweltbewertung nach EN 15804 verlangt eine große Menge an Informationen: Daten zu den eingesetzten Materialien, zu den Herstellungsverfahren, zur verbrauchten Energie, zu den entstehenden Emissionen, zu den anfallenden Abfällen und zu vielem mehr.
Das alles zusammenzutragen wirkt aufwendig, ist aber der Schritt, der die Bewertung genau und aussagekräftig macht. Zudem zeigt die Datenerhebung, wo sich die Umweltleistung des Produkts verbessern lässt.
Wirkung auf die Produktgestaltung
EN 15804 wirkt spürbar auf die Gestaltung von Bauprodukten, denn sie drängt Hersteller zu Produkten mit möglichst geringer Umweltwirkung über den gesamten Lebenszyklus.
In der Praxis kann das bedeuten: dauerhaftere Materialien, energiesparendere Herstellungsverfahren oder Konzepte für das Lebensende, die Abfall verringern. So befördert die Norm Innovation und lenkt das Bauwesen auf einen nachhaltigeren Weg.
EN 15804 in der Praxis: Anwendungen und Folgen
EN 15804 in der Praxis: Einsatz im Bauwesen
EN 15804 wird im Bauwesen breit genutzt, um die Umweltwirkung von Produkten zu bewerten. Das reicht von der Bewertung eines einzelnen Baustoffs, etwa eines Ziegels, bis zur Bewertung eines ganzen Gebäudes.
Die Norm dient außerdem der Erstellung von Umweltproduktdeklarationen (EPD), also Dokumenten mit ausführlichen Angaben zur Umweltwirkung eines Produkts.
Wirtschaftliche und ökologische Folgen der Norm
Die Anwendung der EN 15804 kann sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich deutliche Folgen haben. Ökologisch hilft die Norm, die Wirkung von Bauprodukten zu senken, weil sie nachhaltigere Praktiken über den gesamten Lebenszyklus fördert.
Wirtschaftlich kann sie Unternehmen Geld sparen, indem Produktionsprozesse optimiert und der Ressourcenverbrauch gesenkt werden.
Das letzte Wort zur Norm EN 15804
Wir haben Bedeutung, Zweck, Anwendungsbereich und Anforderungen der Norm behandelt. Und wir haben gesehen, wie sie im Bauwesen angewendet wird und wie sie die Produktgestaltung prägt.
EN 15804 ist ein wirksames Instrument, um Nachhaltigkeit im Bauwesen voranzubringen. Sie liefert eine gemeinsame Methode zur Bewertung der Umweltwirkung von Bauprodukten und stützt gleichzeitig Innovation und die Gestaltung nachhaltigerer Produkte. Solange am Klimaschutz und an einer grüneren Wirtschaft gearbeitet wird, bleibt die Norm ein wesentliches Werkzeug auf diesem Weg.
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Häufig gestellte Fragen
EN 15804 est la norme européenne qui définit les règles communes de calcul des déclarations environnementales (EPD/FDES) pour les produits de construction. Elle harmonise les indicateurs et les modules du cycle de vie, garantissant que deux fiches produits restent comparables sur une base méthodologique identique.
Elle sert de socle méthodologique aux FDES et EPD : elle fixe les catégories d'impact à déclarer, les étapes du cycle de vie (production, chantier, usage, fin de vie) et les règles de calcul. Sans elle, les déclarations environnementales des produits de construction ne seraient ni fiables ni comparables entre fabricants.
L'amendement +A2, publié en 2019, est la version aujourd'hui en vigueur. Il aligne la norme sur la méthode européenne PEF, ajoute des indicateurs (dont le potentiel de réchauffement biogénique) et rend obligatoires certains modules du cycle de vie. Les nouvelles FDES doivent être conformes à +A2.
La norme encadre toute déclaration environnementale de produit de construction commercialisé en Europe : une FDES ou EPD publiée doit s'y conformer. Elle devient déterminante dès qu'un produit est soumis à la RE2020 ou exigé dans un appel d'offres, où la FDES sert de preuve environnementale.
